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April 2021

Lie­be Schwes­tern und Brüder,

als im letz­ten Jahr völ­lig uner­war­tet die Coro­na-Pan­de­mie über unser Land her­ein­brach, da wur­de uns bewusst, dass über­haupt gar nichts selbst­ver­ständ­lich ist: unse­re Gesund­heit, unse­re Unab­hän­gig­keit, unser Leben. Wir muss­ten erken­nen: Es ist eine Illu­si­on zu glau­ben,
wir hät­ten alles im Griff. Wir über­he­ben uns, wenn wir mei­nen, alles kön­ne der Mensch machen! Wir kön­nen uns selbst nicht ret­ten! Die­se Unsi­cher­heit ist beängs­ti­gend, sie ist erschreckend!

Die­ser Schre­cken muss aber nicht zu Ver­zweif­lung oder mög­lichst raschem Ver­drän­gen führen.

Die­ser Schre­cken führt uns direkt zu Gott: Er hat alles erschaf­fen, das Uni­ver­sum, unse­re Welt, jeden Ein­zel­nen von uns. Ihm ver­dan­ken wir unser Leben. Das ver­ges­sen wir all­zu oft, wir leben dann ohne Gott. Und doch ist Gott immer gegen­wär­tig und erhält unser Leben in jeder
Sekun­de. In Jesus Chris­tus ist er uns ent­ge­gen­ge­kom­men, um unse­re Gott­ver­ges­sen­heit und den Tod zu über­win­den. Machen wir uns neu bewusst, dass wir uns Gott ver­dan­ken. Er wird uns auch im Tod nicht fal­len lassen!

Am Oster­fest hören wir den Auf­er­ste­hungs­be­richt aus dem Mar­kus-Evan­ge­li­um. Hier fin­den wir kein Hal­le­lu­ja. Mar­kus erzählt nicht von Freu­de und Jubel über die Auf­er­we­ckung Jesu – ganz im Gegenteil!

Maria aus Mág­da­la, Maria, die Mut­ter des Jako­bus und Sálo­me, die Jesus auch im Lei­den treu geblie­ben waren, gehen in der Frü­he zum Grab. Einen letz­ten Dienst woll­ten sie Jesus erwei­sen und sei­nen Leich­nam sal­ben. Doch in der Grab­kam­mer war kein Leich­nam, aber
ein jun­ger Mann, der ihnen die fro­he Bot­schaft ver­kün­det (Mk 16,6):

„Erschreckt nicht!
Ihr sucht Jesus von Naza­ret, den Gekreu­zig­ten.
Er ist auf­er­stan­den, er ist nicht hier.
Seht da die Stel­le, wohin man ihn gelegt hat.“

Als die Frau­en die fro­he Bot­schaft von der Auf­er­we­ckung Jesu hör­ten, da waren sie tief erschüt­tert. Sie begrif­fen: Wenn Gott Jesus von den Toten auf­er­weckt hat, dann ändert sich alles, dann ist die Welt von jetzt an eine ande­re! Das ist abso­lut erschreckend!

Doch die Frau­en waren nicht etwa zu Tode erschro­cken, son­dern im Gegen­teil: zum Leben! Denn selbst­ver­ständ­lich wer­den sie nicht stumm blei­ben kön­nen. Sie flie­hen aus dem Bereich des Todes, der Grab­kam­mer, und gehen hin­aus ins Leben, nach Gali­läa. Sie wer­den vom lee­ren Grab mit einem Auf­trag weg­ge­schickt (Mk 16,7):

„Nun aber geht und sagt sei­nen Jün­gern und dem Petrus:
Er geht euch vor­aus nach Gali­läa;
dort wer­det ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.“

Die­se öster­li­che Bot­schaft von der Auf­er­we­ckung Jesu wird sich in der gan­zen Welt aus­brei­ten – bis heu­te, bis jetzt, an die­sem Oster­fest, hier bei uns. Dar­um lasst uns Gott loben und prei­sen – Halleluja!

Ich wün­sche Ihnen allen, auch im Namen unse­res Pas­to­ral­teams, ein fro­hes und geseg­ne­tes Osterfest.

Mit einem herz­li­chen Gruß,

Pfar­rer Ans­gar Heckeroth