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April 2020

Für­ein­an­der-Dasein und christ­li­ches Zeug­nis der Hoff­nung

Die wei­te Ver­brei­tung des Coro­na-Virus ver­än­dert der­zeit das gesam­te Leben der Men­schen – auch das kirch­li­che Leben im Erz­bis­tum Pader­born: Zur Vor­sor­ge wur­den am Sonn­tag alle öffent­li­chen Got­tes­diens­te im Erz­bis­tum Pader­born bis zunächst zum 19. April abge­sagt.

Erz­bi­schof Hans-Josef Becker wen­det sich in einer Video-Bot­schaft an die Men­schen und ruft dazu auf, sich den Her­aus­for­de­run­gen zu stel­len und den Bei­trag als Kir­che zu leis­ten.

Es kom­me dar­auf an, als Kir­che in die­ser Zeit ver­füg­bar und ansprech­bar zu sein, Mög­lich­kei­ten und Wege aus­zu­schöp­fen. Erz­bi­schof Hans-Josef Becker sagt:

„Lie­be Schwes­tern und Brü­der im Erz­bis­tum Pader­born, die nächs­ten Wochen und Mona­te wer­den unse­re Gesell­schaft, unse­re Kir­che und uns ganz per­sön­lich stark her­aus­for­dern. Unse­re Gewohn­hei­ten und übli­chen Tages­ab­läu­fe, die Din­ge, die wir ger­ne spon­tan tun und auch das kirch­li­che Leben erle­ben dras­ti­sche Ver­än­de­run­gen. Wir wer­den eine gan­ze Zeit lang „auf kur­ze Sicht fah­ren“ und von Tag zu Tag schau­en, was ange­mes­sen und mög­lich sein wird. Mir ist es wich­tig, dass wir uns den Her­aus­for­de­run­gen stel­len und unse­ren Bei­trag als Kir­che im Erz­bis­tum Pader­born leis­ten.

Wenn wir nun unse­re Got­tes­diens­te nicht mehr öffent­lich fei­ern kön­nen, braucht es umso mehr das  per­sön­li­che Beten, das Für­ein­an­der-Dasein und das christ­li­che Zeug­nis der Hoff­nung.

Ich bit­te ins­be­son­de­re die Pries­ter und alle Frau­en und Män­ner im kirch­li­chen Dienst um Krea­ti­vi­tät und Enga­ge­ment in die­ser Situa­ti­on. Wir dür­fen jetzt nicht den Ein­druck ver­mit­teln, nicht ver­füg­bar oder ansprech­bar zu sein. Die digi­ta­len Mög­lich­kei­ten und alter­na­ti­ve Wege des soli­da­ri­schen Betens und Han­delns müs­sen jetzt aus­ge­schöpft wer­den.

Ich dan­ke allen, die das bereits seit Tagen zei­gen und auf unter­schied­li­che Wei­se bereits begon­nen haben. Wir arbei­ten auch auf Ebe­ne des Erz­bis­tums dar­an und wer­den Sie über unse­re Home­page infor­mie­ren. Eine Kri­se birgt auch man­che Chan­cen. Heu­te ist es zu früh, dar­über nach­zu­den­ken. Aber die Kir­che in unse­rem Erz­bis­tum wird zei­gen kön­nen, dass sie in die­ser gro­ßen gesell­schaft­li­chen Her­aus­for­de­rung ver­läss­lich ist.

Sor­gen wir alle gemein­sam dafür, in die­ser außer­ge­wöhn­li­chen Situa­ti­on unse­re Sen­dung als Kir­che von Pader­born anders, aber nicht weni­ger inten­siv zu leben und sei­en wir für alle Men­schen da, so gut wir es eben kön­nen!

Lie­be Schwes­tern und Brü­der, mir ist bewusst, dass vie­le von Ihnen in gro­ßer Sor­ge sind: Um die Gesund­heit von Fami­lie und Freun­den, um die wirt­schaft­li­che Exis­tenz, um die gewohn­te Frei­heit und Unbe­schwert­heit. Mein auf­rich­ti­ger Dank und mei­ne gro­ße Aner­ken­nung gel­ten all jenen, die sich jetzt im direk­ten Dienst am Men­schen ver­dient machen. Sei es im Gesund­heits­dienst und in der Pfle­ge, in der Auf­recht­erhal­tung der Ver­sor­gung und Infra­struk­tur oder durch ein gutes Wort und Han­deln gegen­über denen, die ein offe­nes Ohr und Hil­fe brau­chen. Las­sen Sie uns in die­ser Zeit nicht die Hoff­nung ver­lie­ren, son­dern las­sen Sie uns mit Soli­da­ri­tät und Hilfs­be­reit­schaft im Mit­ein­an­der begeg­nen und in Ver­trau­en und Zuver­sicht unse­re Gedan­ken vor Gott brin­gen.“

Hans-Josef Becker