Pfarrnachrichten_Maerz_2020-1-1

März 2020

Lie­be Schwes­tern und Brü­der, 

Eines der schöns­ten bibli­schen Lesun­gen ist das Evan­ge­li­um vom barm­her­zi­gen Vater oder – wie es auch genannt wird – vom ver­lo­re­nen Sohn. Da fällt allen Men­schen alle Lie­be ein. – Die Lie­be Got­tes zum Sün­der, die Lie­be des Vaters zu dem Sohn, der alles falsch gemacht hat, aber auch die Lie­be des Vaters zu sei­nem ande­ren Sohn, der nicht ohne Wut dar­auf ver­weist, dass ihm nie eine sol­che Ehre zuteil wur­de wie dem sün­di­gen Sohn. Ein Gleich­nis also vol­ler Lie­be. 

Das Pro­blem der Lie­be aber ist, dass man sie auch anneh­men muss. Was hilft alle Lie­be, wenn sie zurück­ge­wie­sen wird – vom Sün­der, vom Sohn, von den Eltern? Das Gleich­nis vom ver­lo­re­nen Sohn ist also auch eine Erzäh­lung von der ange­nom­me­nen Lie­be. Lie­be ist nichts, wenn sie nicht erkannt und wenn sie nicht ange­nom­men wird. Das vor allem will Jesus sagen, dar­um liegt auch viel Gewicht der Erzäh­lung auf dem ande­ren Sohn, der schlu­cken muss und nur mäßig über­zeugt ist von den Wor­ten sei­nes Vaters. Jesus hat ihn beson­ders im Blick. Bevor wir wütend wer­den, sol­len auch wir genau über­le­gen, ob wir Lie­be über­se­hen. 

Dar­um hat der evan­ge­li­sche Theo­lo­ge Hel­mut Goll­wit­zer einen Satz über die­ses Gleich­nis gesetzt, mit dem ich immer um die Lie­be Got­tes zu mir weiß: 

Chris­tus ist das Ent­ge­gen­lau­fen des Vaters. 

Wir laden Sie alle herz­lich ein, die viel­fäl­ti­gen geist­li­chen und lit­ur­gi­schen Ange­bo­te in unse­ren Kir­chen als eine Chan­ce zu nut­zen, sich in der Fas­ten­zeit neu auf den Weg zu Gott zu machen und ihm an Ostern im auf­er­stan­de­nen Chris­tus zu begeg­nen. 

Mit einem herz­li­chen Gruß, für das Pas­to­ral­team

Ans­gar Heck­eroth
Pfar­rer